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Tadschikistan: Kultur- und Bildungspolitik

27.02.2019 - Artikel

Rechtliche Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit ist das 1995 geschlossene Kulturabkommen.

In Tadschikistan gibt es ca. 3800 allgemeinbildende Schulen mit rund 1,7 Mio. Schülern. Dazu kommen 34 Hochschulen mit rund 159.000 Studierenden. Trotz erkennbarer Anstrengungen der Regierung bleibt die Situation im Bildungswesen aufgrund unzureichender Ausstattung mit Lehrmitteln und schlechter Bezahlung der Lehrkräfte schwierig. Der Zugang von Mädchen und jungen Frauen zu Berufsbildung und Studium ist besonders im ländlichen Raum schlecht. Nach dem Schulabschluss gibt es kaum Chancen auf Berufsausbildung oder Studium.  Fremdsprachlicher Unterricht ist in den Lehrplänen verankert, wird jedoch aufgrund mangelnder Ressourcen nur an wenigen Schulen in vertiefter Form erteilt. Das Interesse an der deutschen Sprache ist sehr groß und kann durch das Sprachlernzentrum des Goethe Instituts Taschkent in der  Duschanbe nicht gedeckt werden.

Das tadschikische Kulturbewusstsein orientiert sich an der tadschikisch-persischen Literatur. Besonders stolz ist man auf die großen Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler des Mittelalters (Firdausi, Rudaki, Biruni, Avicenna) sowie auf den bedeutendsten Intellektuellen und Schriftsteller der sowjetischen Zeit, Sadriddin Aini.

Die tadschikische Sprache nimmt zunehmenden Platz im Sprachgebrauch ein und wurde im Oktober 2009 zur alleinigen Staatssprache erklärt. Die russische Sprache ist in Verwaltung und Wirtschaft weiterhin verbreitet. Sie hat den Verfassungsrang einer Sprache der Kommunikation zwischen den Nationalitäten inne. Insgesamt jedoch verliert sie an Präsenz.

Ende März 2007 hatte der tadschikische Staatspräsident seinen Namen von Emomali Sharifovich Rahmonow zu Emomali Rahmon geändert. Hochrangige Vertreter des Landes wie zuletzt der Außenminister folgten seitdem diesem Beispiel; „Tadschikisierung“ der Nachnamen ist mittlerweile Voraussetzung für die Übernahme höherer Posten.

Die zu Sowjetzeiten stark subventionierten Künste (Musik, Film, Theater, etc.) entfalten sich nach fast völligem Zusammenbruch während des Bürgerkrieges in den 90er-Jahren langsam wieder.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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