Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beziehungen zu Deutschland

30.10.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Politik

Im Februar 2017 wurden gegenseitig Gratulationen anlässlich von 25 Jahren diplomatischer Beziehungen ausgetauscht. Als erster Staat der EU hat Deutschland schon 1993 noch während des tadschikischen Bürgerkrieges, eine Botschaft in Duschanbe eröffnet. 
Deutschland hat den innertadschikischen Friedens- und Demokratisierungsprozess von Beginn an gefördert und setzt sich auch heute aktiv zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Lande sowie für Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung von Menschenrechten ein.
Im Dezember 2011 empfing Bundeskanzlerin Merkel Präsident Rahmon bei seinem Deutschlandbesuch. Der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte Duschanbe am 1. April 2016, auch in seiner Eigenschaft als OSZE-Vorsitzender.

Wirtschaft

Der Handelsaustausch zwischen den beiden Ländern ist gering. 2016 betrug der Umfang deutscher Exporte nach Tadschikistan nur 39,1 Mio. Euro, wovon ein Großteil auf die Bereiche Elektrotechnik sowie Maschinen- und Fahrzeugbau entfiel. Tadschikische Exporte nach Deutschland beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 1,3 Mio. Euro, darunter vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Rohbaumwolle und Nahrungsmittel. Diese Entwicklungen im Jahr 2016 fanden vor dem Hintergrund eines generellen Rückgangs tadschikischer Importe und Exporte gegenüber dem Vorjahr statt. Im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland den Aufbau nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen in Tadschikistan.

Entwicklungszusammenarbeit

Tadschikistan ist seit 2003 Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Aktuell unterstützt die Bundesregierung Projekte in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Gesundheit, erneuerbare Energien, Grundbildung, Umwelt, Rechtsreform und Katastrophenschutz.

Derzeit sind etwa 40 entsandte deutsche Experten von GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) im Rahmen der technischen Zusammenarbeit in Tadschikistan eingesetzt. Darüber hinaus gibt es eine Vertretung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), ein Büro der Deutschen Welthungerhilfe sowie eine CARITAS-Vertretung.

Bei Regierungsverhandlungen im Dezember 2016 in Berlin wurden Tadschikistan für die Jahre 2016 und 2017 rund 33,5 Millionen Euro zugesagt. Darüber hinaus besteht die Zusage der Bundesregierung über einen Betrag von bis zu 10,8 Mio. Euro im Rahmen einer Sonderinitiative für zusätzliche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Wald- und Biodiversitätserhalt aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF).

Besondere Anerkennung finden das KfW-Vorhaben zur Rehabilitierung des Wasserkraftswerkes in Murghab (Berg-Badachschan) sowie die Aktivitäten der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH), die bereits während des Bürgerkriegs mit humanitären Hilfsprojekten im Land aktiv war. Bis heute führt die DWHH in ländlichen Regionen Projekte zu Ernährungssicherung, ländlicher Entwicklung und Katastrophenschutz durch.

Kultur und Bildung

Die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Tadschikistan liegen in der Förderung der deutschen Sprache sowie der Zusammenarbeit im Schul- und Hochschulbereich. Seit Februar 2010 gibt es ein vom Goethe-Institut unterstütztes Sprachlernzentrum in Duschanbe. Ein entsandter Fachberater berät ausgewählte Schulen mit verstärktem Deutschunterricht. Zwei aus Deutschland entsandte Lehrer arbeiten an Gymnasien in Duschanbe und Chudschand, eine DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst)-Lektorin ist an der Pädagogischen Hochschule Duschanbe tätig. Pro Jahr werden etwa 60 - 70 Stipendien des DAAD, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes vergeben.

Die meisten der ursprünglich rund 39. 000 Deutschstämmigen sind inzwischen ausgewandert, derzeit sind schätzungsweise weniger als 500 in Tadschikistan ansässig.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum in Duschanbe seit vielen Jahren mit Ausgrabungen in Tadschikistan aktiv.

Zwischen den Städten Duschanbe und Reutlingen besteht seit 1990 eine Städtepartnerschaft. In der Vergangenheit hat die Stadt Reutlingen Medikamente und Impfstoffe zur Bekämpfung von Epidemien gespendet und unterstützte Krankenhäuser sowie eine Schule in Duschanbe.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Tadschikistan ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Mehr dazu:

nach oben