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Deutschland und Tadschikistan: bilaterale Beziehungen

27.02.2019 - Artikel

Politik

Als erster Staat der EU eröffnete Deutschland schon 1993, noch während des tadschikischen Bürgerkrieges, eine Botschaft in Duschanbe. 
Deutschland hat den innertadschikischen Friedens- und Demokratisierungsprozess von Beginn an gefördert und setzt sich auch heute aktiv für Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung von Menschenrechten ein.
Im Dezember 2011 empfing Bundeskanzlerin Merkel Präsident Rahmon bei seinem Deutschlandbesuch. Der damalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte Duschanbe am 1. April 2016, auch in seiner Eigenschaft als OSZE-Vorsitzender.

Wirtschaft

Der Handelsaustausch zwischen den beiden Ländern ist gering. 2017 betrug der Umfang deutscher Exporte nach Tadschikistan nur 54,7 Mio. Euro, wovon ein Großteil auf die Bereiche Elektrotechnik sowie Maschinen- und Fahrzeugbau entfiel. Tadschikische Exporte nach Deutschland beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 1,7 Mio. Euro, darunter vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Rohbaumwolle und Nahrungsmittel. Diese Entwicklungen fanden vor dem Hintergrund eines generellen Rückgangs tadschikischer Importe und Exporte gegenüber dem Vorjahr statt. Im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland den Aufbau nachhaltiger Wirtschaftsstrukturen in Tadschikistan.

Entwicklungszusammenarbeit

Tadschikistan ist seit 2003 Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Aktuell unterstützt die Bundesregierung Projekte in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Gesundheit, erneuerbare Energien, Grundbildung, Umwelt, Rechtsreform und Katastrophenschutz.

Derzeit sind etwa 40 entsandte deutsche Experten von GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) im Rahmen der technischen Zusammenarbeit in Tadschikistan eingesetzt. Darüber hinaus gibt es eine Vertretung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), ein Büro der Deutschen Welthungerhilfe sowie eine CARITAS-Vertretung.

Für den Zeitraum 2019/20 verpflichtete sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, der Regierung der Republik Tadschikistan eine Summe von 26,5 Mio. EUR für die bilaterale Technische und Finanzielle Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen.

Besondere Anerkennung finden das KfW-Vorhaben zur Rehabilitierung des Wasserkraftswerkes in Murghab (Berg-Badachschan) sowie die Aktivitäten der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH), die bereits während des Bürgerkriegs mit humanitären Hilfsprojekten im Land aktiv war. Bis heute führt die DWHH in ländlichen Regionen Projekte zu Ernährungssicherung, ländlicher Entwicklung und Katastrophenschutz durch.

Kultur und Bildung

Die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Tadschikistan liegen in der Förderung der deutschen Sprache sowie der Zusammenarbeit im Schul- und Hochschulbereich. Seit Februar 2010 gibt es ein vom Goethe-Institut unterstütztes Sprachlernzentrum in Duschanbe. Ein entsandter Fachberater berät ausgewählte Schulen mit verstärktem Deutschunterricht und unterrichtet an einer Schule in Duschanbe. Eine weitere entsandte Lehrerin unterrichtet in Khujand. .  Die DAAD-Außenstelle ist seit Sommer 2018 nur noch mit einer Ortskraft besetzt. Der IC-Standort Duschanbe wird zum 30.06.2019 geschlossen.

Pro Jahr wurden bisher etwa 60 - 70 Stipendien des DAAD, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes vergeben. Fünf tadschikische Schulen haben den Status einer PASCH-Schule (3 ZfA, 2 Goethe Institut), davon drei sog. DSD-Schulen (Deutsches Sprachdiplom). Daneben wird an zahlreichen Schulen regulär Deutsch unterrichtet.

Die meisten der ursprünglich rund 39.000 Deutschstämmigen sind inzwischen ausgewandert, derzeit sind schätzungsweise weniger als 500 in Tadschikistan ansässig.

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum in Duschanbe seit vielen Jahren mit Ausgrabungen in Tadschikistan aktiv.

Zwischen den Städten Duschanbe und Reutlingen besteht seit 1990 eine Städtepartnerschaft. In der Vergangenheit hat die Stadt Reutlingen Medikamente und Impfstoffe zur Bekämpfung von Epidemien gespendet und unterstützte Krankenhäuser sowie eine Schule in Duschanbe.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Tadschikistan ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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